Fragen-Antworten Jugend-Klimakonferenzen 2019

Fragen/Anregungen der Jugendlichen und Antworten von Umweltminister Thorsten Glauber anlässlich der beiden Jugendkonferenzen in Erlangen und München

Themenschwerpunkt Klimaschutz Allgemein

  • Jugend: Klimaschutz soll ein separates Schulfach werden, bessere Information in Schulen zum Energieverbrauch.“
  • Staatsminister: „Die Rahmenbedingungen für mehr Klimaschutzunterricht sind vorhanden. Hier ist Bereitschaft und Engagement der jeweiligen Schulen gefragt; Vorschlag: Klimaschutz durch Einrichtung von Klimabeauftragten an Schulen; Start des Projekts „Blühende Schule“ für Artenschutz und Klimasensibilität an Schulen; Einführung eines Klimapreises um innovative Klimaschutzmaßnahmen an Schulen zu fördern“.
  • Jugend:weniger Parkplätze in Städte, dafür mehr Grünflächen
  • Staatsminister: „Flächenverbrauch beim Bau verringern, Grünflächen erhalten (z.B. Einkaufsmärkte in die Höhe/Tiefe bauen)“

Themenschwerpunkt Mobilität

  • Jugend: „Attraktive (Schnell-) Fahrradwege schaffen, individueller motorisierter Verkehr zurückdrängen“
  • Staatsminister: „Für das Thema Fahrrad sind die Städte und Gemeinden zuständig. Sagt euren Lehrern, ihr wollt nach Holland (z.B. Amsterdam) in eurer nächsten Schulfahrt fahren. Nehmt die attraktiven Fahrradkonzepte und Gedanken von dort mit und tragt sie in eure Gemeinden und sprecht mit euren Bürgermeistern.“
  • Jugend:Tempolimit einführen“
  • Staatsminister: „Ein Tempolimit ist sinnvoll. Vielfach ohnehin schon umgesetzt. Es muss jedoch noch geklärt werden, ob die obere Grenze 130, 140 oder 150 km/h ist.“
  • Jugend:Gütertransporte soll über die Schiene und weniger über die Kraftfahrstraßen erfolgen.“
  • Staatsminister: „Wir müssen weg von dem Just-in-time-Gedanken, da die aktuelle Lagerhaltung auf unseren Straßen nicht akzeptabel ist.“
  • Jugend:Verstaatlichung der Deutschen Bahn; Bahn-Gewinne in Schienenverkehr investieren“
  • Staatsminister: „Die Deutsche Bahn ist ein 100% Unternehmen des Bundes. Mehr Investitionen in Schiene (weniger in die Straße) wie in unseren Nachbarländern wie z.B. Schweiz. Dies wurde in den letzten Jahren stark vernachlässigt.“
  • Jugend:Flugpreise im Verhältnis zu Bahnpreisen oft viel zu günstig“
  • Staatsminister: „Flugverkehr mit klimaverträglichen synthetischen Kraftstoffen (eFuels); Besteuerung von Inlandsflügen einführen; Subventionen von Start-/Landegebühren abbauen; zuständig ist aber hier die Bundesregierung.“
  • Jugend:Elektroautos für Staatsregierungen; Wasserstoff-Technologie besser als batterieelektrischer Antrieb, warum immer noch 1-Mio-Elektroauto-Ziel der Bundesregierung?“
  • Staatsminister: „Fahrzeugantrieb muss erneuerbar sein (Wasserstoff, Power-to-Gas, Strom, etc.); die Diskussion muss jedoch technologieneutral geführt werden, um Innovationen nicht zu verschlafen; Entwicklung alternativer Antriebstechniken ist Aufgabe der Industrie; Gewinne der Industrie müssen mehr in Forschungsprojekte gesteckt werden.“
  • Jugend:Ausbau ÖPNV mit häufigeren Takten, kürzeren Fahrzeiten, günstigeren Tickets und kostenfreien Schüler- und Studententickets“
  • Staatsminister: „365€-Jahres-Ticket im Koalitionsvertrag vereinbart, ÖPNV wird künftig mit 100 Mio. € gefördert, zusätzliches Wagenmaterial ist notwendig, Intelligente ÖPNV-Systeme in ländlichen Regionen (Kleinbusse, Ruftaxis etc.).“

Mehrheitlicher Beschluss der teilnehmenden Jugendlichen: ÖPNV-Tickets kostengünstiger (nicht kostenlos)


Themenschwerpunkt Konsum

  • Jugend: „Überall ist viel zu viel Plastik, unverpackte Lebensmittel, Einweg-Plastikverbot, mehr in Forschung von Plastik-Alternativen investieren; Warum wird BIO-Gemüse in Plastik verpackt?, Man sollte nicht die Möglichkeit haben geschältes Obst in Plastik zu kaufen!“
  • Staatsminister: „Ja zu weniger Plastik, Einkauf mit eigenen Behältnissen (z.B. Metzger), Plastiktüten verbieten, Barcode kann auf Gemüse aufgelasert werden, der Verbraucher soll nur Ware ohne Einwegplastik kaufen.“

Mehrheitlicher Beschluss der teilnehmenden Jugendlichen: Plastiktütenverbot (nicht höher bepreisen)

  • Jugend:Massentierhaltung abschaffen und vermehrt Kontrollen unangekündigt einführen“
  • Staatsminister: „Massentierhaltung ist nicht überall; Förderung der Landwirtschaft muss neu aufgestellt werden: für Ökologie, für Nachhaltigkeit, für Erhalt der Kulturlandschaft.“
  • Jugend: Vegetarischer Tag in Mensen!“
  • Staatsminister: „Ich will die Ernährung nicht vorschreiben, das ist die Entscheidung jedes Einzelnen.“
  • Jugend:Pestizide verringern“
  • Staatsminister: „Umsetzung des Volksbegehrens Artenschutz wird Fortschritte bringen.“
  • Jugend:Containern legalisieren“
  • Staatsminister: „Rechtliche Verantwortlichkeit für Lebensmittel, deren Haltbarkeitsdatum überschritten ist, muss beachtet werden.“
  • Jugend:Tiertransporte sind ein Problem“
  • Staatsminister: „Bayern hat bereits die Bedingungen der Tiere während des Transports verbessert („bitte googeln“).“
  • Jugend:MWSt auf Fleisch erhöhen“
  • Staatsminister: „Keine Erhöhung der MWSt auf Fleisch. Als Verbraucher nicht nur Billigst-Lebensmittel kaufen, jeder kann sich selbst Gedanken machen.“
  • Jugend: „Umweltkompensationsbeitrag oder CO2-Steuer erheben, Umweltverschmutzung muss richtig teuer werden (z.B. SUV nach Gewicht)“
  • Staatsminister: „Freiwillige Kompensation für unvermeidbare Emissionen kann wichtigen Beitrag zur Klimaneutralität leisten (Vorbildfunktion). Umweltsteuer ist vorrangig Aufgabe des Bundes bzw. der Europäischen Union. CO2-Preisbestandsteile im Energiebereich gibt es bereits heute. Eine Europäische CO2-Bepreisung bei Fahrzeugklassen ist nicht so einfach -> z.B.: Was ist ein SUV? Ein batteriebetriebenes E-Fahrzeug kann mehr wiegen als ein SUV.“
  • Jugend: „Warum wird Obst/Gemüse u.a. aus Spanien etc. eingeführt? Förderung von regionalen Produkte
  • Staatsminister: „Regional-Kennzeichnung von Produkten, der Verbraucher soll mehr regionale Waren kaufen. Die Entscheidung etwas zu kaufen hat jeder selbst in der Hand.“
  • Jugend:Soziale Aspekte beim Klimaschutz berücksichtigen, Bio-Waren sind zu teuer und nicht jeder kann sie sich leisten“
  • Staatsminister: „Klimaschutz darf nicht zur sozialen Spaltung unserer Gesellschaft führen.“
  • Jugend: „Stärkung Second-Hand-Artikel/Geschäfte“
  • Staatsminister: „Ich finde Second-Hand-Artikel und Geschäfte sehr gut. Jeder soll Dinge so gut wie möglich Wieder- und Weiterverwenden. Auch hier kann jeder selbst entscheiden wie er sich verhält.“
  • Jugend: „Feuerwerksverbot an Silvester“
  • Staatsminister: „Silvester-Feuerwerke stehen in der Verantwortung der Kommunen, welche hier in Bayern auch Regeln und Verbote erlassen.“

Themenschwerpunkt Energie

  • Jugend: „Schulen, öffentliche Gebäude mit erneuerbaren Energien heizen! Solarzellen auf Dächer von Schulen und staatlichen Gebäuden, Wärmedämmung an Schulgebäuden“
  • Staatsminister: „Photovoltaik auf Dächern vorschreiben – wäre über die Bauleitplanung möglich und notwendig! Stromspeicher fördern!“
  • Jugend: „10-H-Regelung abschaffen, wir können auf Tierschutzgebiete keine Rücksicht nehmen“
  • Staatsminister: „Ausbau Windkraft muss auch Akzeptanz finden, Interessensausgleich Naturschutz/Vogelschutz und Windkraft ist notwendig, Intelligente Lösungen erforderlich, Artenschutz + erneuerbare Energie in Einklang bringen.“

Einstimmiger Beschluss der teilnehmenden Jugendlichen: 10-H-Regelung aufheben

  • Jugend: „Regionalisierung der Energieversorgung, Biogasförderung“
  • Staatsminister: „Umweltverträgliche Bioenergie ist heimische erneuerbare Energie, dezentral und grundlastfähig. Sie muss im Zweifel immer wärmegeführt gedacht werden.“
  • Jugend: „CO2-Zertifikatepreise müssen auf 180€ steigen“
  • Staatsminister: „Emissionshandelszertifikate verknappen – EU ist da bereits auf dem Weg.“
  • Jugend:Kohlenutzung sofort beenden“
  • Staatsminister: „Kohlenutzung schon vor 2038 beenden und erneuerbare Energieversorgung kraftvoll ausbauen.“
  • Jugend:Erdöl soll teurer werden, 100%-erneuerbare Energieversorgung schnellstmöglich umsetzen“
  • Staatsminister: „100% erneuerbare Energien, Technologie ist Wirtschaftsfaktor + Umweltfaktor + Standortfaktor („wir haben kein Erdöl!“), in Forschung muss mehr Geld fließen, Energiegewinnung muss besser werden, Innovationen bei Repowering.“